Bildende Künstlerin Kunst / Projekte Erinnerungsmosaike - Gemälde




Gezeiten

Mischtechnik auf Leinwand, 80 x 120 cm


In den Bildobjekten "Gezeiten" zeigt die monochrome Oberfläche Strukturen,
die man aus alten Ölgemälden oder von Baukeramik aus alten Häusern kennt.
Dieses Krakelee entsteht für gewöhnlich nach langer Zeit, durch Trocknung oder Umwelteinflüsse. Dagmar Nettelmann Schuldt erzeugt sie durch das Auftragen unterschiedlicher Materialien auf die Leinwand, sie beschleunigt die Zeit.
Der Titel "Gezeiten" verweist auf diesen Zeitbezug,
Gezeiten sind der unendliche Kreislauf von Ebbe und Flut,
von ansteigendem und ablaufendem Wasser.
Dagmar Nettelmann Schuldt beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit der Zeit.
In denen auf das Wesentliche reduzierten Skulpturen und Bildobjekten
wird Zeit beschleunigt und gleichzeitig bis zum Stillstand verlangsamt.
( Manfred Kroboth, bbk Hamburg,
anlässlich der Ausstellung in der Fabrik der Künste 2014)











Details aus "Craquele"
Lasierende Malerei auf Leinwand, Schellack, Pigmente, Tusche
Dyptichon, je 120x160 cm









. . . die Zeit ist keine Linie,
sondern eine Dimension,
wie die Dimension des Raumes.


Lässt sich der Raum krümmen,
so lässt sich auch die Zeit krümmen,
und wenn man genügend Wissen besäße
und sich schneller als Licht bewegen könnte,
dann könnte man auch zurückreisen in der Zeit
und an zwei Orten zugleich sein.


Seither habe ich die Zeit als etwas angesehen,
das eine Form besitzt, als etwas, das man sehen kann,
wie flüssige Dias, die übereinander liegen.


Man blickt nicht an der Zeit entlang zurück,
sondern in sie hinein und hinunter wie durch Wasser.
Manchmal kommt dieses an die Oberfläche,
manchmal jenes,
manchmal gar nichts.
Nichts geht weg.


( Margaret Atwood )

















Fotos: Rainer Peeck und Sina Schuldt